So war’s in Gütersloh

Eines vorweg: Das Gebäude, in dem die Stadtbibliothek Gütersloh zuhause ist, hat mich geflasht. Riesengroß und dennoch unglaublich charmant. Sehr einladend: das Lesecafé im Zentrum der Eingangshalle unter der bemerkenswerten Kuppel, in dem es werktags am Mittag sogar eine warme Mahlzeit gibt. Und genau dort, wo sonst die Café-Tische zum Verweilen einladen, waren am Lesungstag das Podium und die Stühle fürs Publikum aufgebaut.

Und ich hab gedacht: WOW – SO VIELE Stühle… ich konnte mir nicht vorstellen, dass die später alle besetzt sein würden. Denn die Lesung in Gütersloh war die erste meiner Lesungen, bei der Eintritt erhoben wurde. Wer bezahlt denn schon Geld dafür, meine Geschichte zu hören? Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Als es losging, waren alle Stühle besetzt. 🙂

Im Anschluss an die Lesung kam es noch zu einer sehr interessanten und engagierten Diskussion. Es ist bei jeder meiner Lesungen so, dass ich Ideen, Gedanken, Anregungen mit nach Hause nehme. Dinge, über die ich nachdenken muss, Dinge, die mich weiterbringen und manchmal auch Dinge, die mich dazu bringen, in der ein oder anderen Sache meine Meinung zu ändern.

Ich fürchte nur, dass die angeregte Diskussion ein wenig mit daran Schuld war, dass die Buchhandlung Markus nur wenige Bücher verkauft hat. Normalerweise fordere ich das Publikum zum Buchkauf auf, biete an, Bücher zu signieren und mach eben ein bisschen Wirbel darum. Das ist in Gütersloh komplett untergegangen und von mir vor lauter Diskussion vergessen worden. Das tat mir am Ende wirklich leid.

Meine Lesung war die letzte Veranstaltung im Rahmen der Gütersloher Aktionswoche gegen Rassismus und ich hoffe, ich konnte der Veranstaltungsreihe einen würdigen Abschluss geben.

Am Samstag haben dann gleich zwei Gütersloher Medien über meine Lesung berichtet. Die Neue Westfälische titelte: Plädoyer für mehr Menschlichkeit und in der Glocke hieß es: Bewegendes Statement gegen Rassismus. Ich habe mich sehr über diese beiden schönen  Berichte gefreut.

Mir war übrigens nicht klar, wie gestenreich mein Vortrag offenbar an manchen Stellen ist. Ich frage mich wirklich, bei welcher Gelegenheit ich so rumgestikulieren musste. 😉