Manchmal ist weniger mehr

Auf die Lesung im Café Bürgermeisteramt in Bracht hatte ich mich sehr gefreut. Das Café ist ein besonderer Ort, ein Ort, an dem man gerne ist (und isst), ein Ort zum Wohlfühlen. Schade, dass Bracht nicht gerade um die Ecke ist. Wäre dieses Café in Waldniel, ich wäre Stammgast.

Silke Beckstedde und ihr Team hatten alles liebevoll vorbereitet. Leider war die Lesung nicht so gut besucht, wie wir erwartet oder vielmehr erhofft hatten. Anfangs war ich ein bisschen enttäuscht, dass nur 16 Personen den Weg ins Café gesucht und gefunden hatten. Aber im Laufe des Abends war ich fast froh drum. Denn es stellt sich immer wieder heraus, dass es sich in kleiner, vertrauter Runde besser lesen, reden und – ja auch weinen lässt. Denn wieder einmal waren Anwesende extrem berühmt und ließen ihren Tränen am Ende freien Lauf. Da ist es einfach besser, wenn man in kleinerer Runde zusammensitzt. Meine Lesung begann um 19.00, sie dauert eine gute Stunde. Das Café verlassen habe ich erst nach 22 Uhr. So intensiv und ausdauernd waren die Gespräche im Anschluss.

Ich lese …

Foto: Silke Beckstedde, Café Bürgermeisteramt

… und alle hören gebannt zu.

Was mich besonders froh gemacht hat: Etliche Leute im Publikum wollen sich nun weiter für mich und mein Buch einsetzen. Es kamen Ideen und Vorschläge, wie man noch mehr Öffentlichkeit generieren kann. Eine Zuhörerin bot an, mein Buch auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen zu wollen, eine andere schlug vor, dass dieses Buch unbedingt in die Schulen gehört. Außerdem wolle sie diverse Buchhandlungen ansprechen und auf mein Buch aufmerksam machen. Tja, und wenn ein so engagiertes Publikum dann auch noch so viele Bücher kauft, wie gestern abend geschehen, wenn also fast jeder zwei oder sogar drei Exemplare ersteht, dann fährt die Autorin nach einem solchen Abend beseelt nach Hause und ist einmal mehr froh über die Entscheidung, aus dieser Geschichte ein Buch gemacht zu haben. Und auch neu motiviert, dafür zu sorgen, dass auch möglichst viele Politiker „Wir sehen alle denselben Mond“ lesen. Damit sich etwas bewegt in Sachen Familiennachzug und damit auch in Richtung Integration.

Einer der Gäste war mein Freund Sipan, der extra aus Waldniel gekommen war, um an der Lesung teilzunehmen. Er ist immer zu Späßen aufgelegt und meinte am Ende: „Mach ein Foto von mir mit deinem Buch, dann verkauft es sich noch besser.“ Ok Sipan, dann zeig mal, was du kannst als mein neues Buchmodel. Ich bin gespannt. 😉

Und damit sich bei mir wie schon bei der Lesung im Antiquariat Freitag wieder für einen Moment ein Promi-Gefühl einstellen kann, wollte er dann auch noch ein Foto mit mir. 😉

Foto: Silke Beckstedde, Café Bürgermeisteramt

Und zum Schluss noch eines der wunderbar seelenstärkenden Kissen, die man sich in diesem zauberhaften Café in den Rücken legen kann:

Wisster Bescheid! 🙂

Herzlichen Dank an das Café Bürgermeisteramt für die Einladung!